Geschichte

 

Die Zeit von 1952 –1966

„Er ( Pastor Gustav Hoffmann) kümmerte sich um den Posaunenchor, der 1952 an bis 1966 bestand und zunächst von ihm selbst geleitet wurde.“

aus: Diaspora Billerbeck –Nottuln

Ein Gemeindebuch Georg Braumann 1976

Bericht eines Bläsers aus dieser Zeit

Auf Bestreben des Pastor Gustav Hoffmann, der sich zur Aufgabe gemacht hatte, möglichst viele aus Westpreußen vertriebene Familien wieder zusammenzuführen, zog ich mit unserer Familie 1955 nach Nottuln. Das Freizeitangebot für Jugendliche in der evangelischen Gemeinde beschränkte sich damals auf eine Jugendgruppe, Pfadfinder und den Posaunenchor, dem mein Bruder und ich mit 17 Jahren beitraten. Als Instrument wählte ich das Flügelhorn und blies die Alt-Stimme. Mein Bruder spielte als einzigster die Zugposaune.

Da Pastor Hoffmann, der diesen Chor leitete und auch Einzelunterricht gab, selber kein Blechblasinstrument beherrschte, spielte er auf seiner Geige den Ton vor und wir versuchten, eben diesen zu treffen. Im Gegensatz zu heute spielten wir damals ausschließlich im Kirchenraum und auch nur zu kirchlichen Feiertagen. Als Literatur stand das Kuhlo-Choralbuch zur Verfügung, in welches wir unerlaubter Weise die benötigten Griffe eintrugen.

Viel Schweiß und Mühe kostete auch das Putzen der Instrumente, da sie noch nicht lackiert waren.

Ich erinnere mich gerne an die Posaunenzeit und an einige lustige Begebenheiten. Zum Beispiel stürzte während eines Gottesdienstes dank Albereien einiger Posaunenchormitglieder das unter der Bank gestapelte Holz zum Beheizen der Kirche mit lautem Krachen zusammen.

Später, als die Gemeinde größer geworden war, spielte der Chor immer in einem Raum hinter dem Altar, der von der Gemeinde nicht einzusehen war. In den Spielpausen wurde dort heimlich geraucht, allerdings zog der Qualm durch die geöffnete Tür in den Kirchenraum, was uns ein fürchterliches Donnerwetter von Pastor Hoffmann einbrachte.

Nachdem Pastor Hoffmann 1961 gestorben war, über- nahm Pastor Rosenke die Kirchengemeinde. Leider brachte er unserem Chor gegenüber nicht das gleiche Interesse auf, was dazu führte, dass der Chor nach und nach auseinander fiel.

 

Horst Bartel

Die Zeit ab 1987

Als ich (Josef Gebker) im April 1987 zur evangelischen Kirchengemeinde ging, wollte ich einfach mal hören wie die Blechbläserarbeit in der evangelischen Kirchengemeinde Nottuln organisiert war.

Da ich selber nicht in der Posaunenchorbewegung groß geworden bin, hatte ich zwar schon des öfteren den Begriff „Posaunenchor“ gehört, wusste auch, dass es solche Musikgruppen in den evangelischen Kirchen gibt, hatte aber keine wirklich konkrete Vorstellung von der Aufgabe der Posaunenchöre.

Im westlichen Münsterland, wo ich gebürtig herkomme, gibt es auch noch die Besonderheit, dass einige Posaunenchöre wie Blasmusikvereinigungen oder Blaskappellen besetzt sind: Nicht nur Blechblasinstrumente, sondern auch die ganze Palette von Holzbläsern und Schlagwerk wirken mit.

Als ich also an der Tür vom Pfarrer  Manfred Stübecke klingelte war mir nicht klar, was auf mich zukommen würde. Als ich dann eine halbe Stunde später wieder aus der Tür heraustrat, war ich der designierte Leiter des neu aufzubauenden Posaunenchores.

In dieser ersten Zeit wurde ich von allen Seiten unterstützt und so war es dann auch für Manfred Stübecke klar, dass er mit mir nach Bielefeld fuhr um  die neuen Instrumente für den Posaunenchor abzuholen: 6 Trompeten und 4 Posaunen und ein Tenorhorn und Bariton hatte der Chor dann zur Verfügung.

Im Laufe der weiteren 15 Jahre hat der Posaunenchor sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und seit gut drei Jahren eine Form gefunden, die den verschiedenen Ansprüchen gerecht wird.

Durch eine intensive Jugendarbeit ist der Chor auf 40 BläserInnen gewachsen. Die Jugendlichen proben dabei für sich und geplant ist in diesem Bereich die weitere Öffnung auch für Holzblasinstrumente und Schlagwerk. Erstmalig haben wir im Januar afrikanische Lieder mit Percussiongruppe gespielt.

Auch im Erwachsenen - Chor ist im letzten Jahr erstmalig ein Projektchor ins Leben gerufen worden. Dieser Chor hat sich gezielt auf das Spielen von Weihnachtslieder konzentriert.

Die weitere Perspektive des Posaunenchores wird diesen Weg der Projektarbeit fortsetzen.

Besondern Dank möchte ich an dieser Stelle meinen langjährigen erwachsen Bläsern und Bläserinnen aussprechen, die regelmäßig zur Probe kommen und viele Entwicklungen mitgehen und meinen beiden Co-Dirigenten Timon Gebker-Erning und Frederic Fender.

(Text anläßlich des 50 bzw.15 -jährigem bestehen des Posaunenchores 2002)